Gegen uns.

Betroffene im Gespräch über rechte Gewalt nach 1990 und die Verteidigung der solidarischen Gesellschaft

Die Lebensgeschichten von Menschen, die aus rassistischen, antisemitischen und anderen rechten Motiven angegriffen wurden, stehen im Mittelpunkt von „Gegen uns“. Ihre Perspektiven und Erinnerungen und die der ihnen nahestehenden Menschen sind dabei zentral. Sie machen sowohl die Auswirkungen deutlich, die die Gewalt auf ihr Leben hat, als auch die gesellschaftlichen Folgen von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt. Beim Zuhören wird deutlich: Rechte Gewalt richtet sich gegen die Betroffenen, und auch gegen uns alle.

In den unterschiedlichen Episoden berichten Betroffene über ihre Erfahrungen von Gewalt, Ausgrenzung und Kriminalisierung, aber auch von gelebter Solidarität und erfolgreichem Widerstand. Fotos, zeitgeschichtliche Dokumente und Hintergrundtexte ergänzen die Erzählungen und zeigen den gesellschaftlichen Kontext, in dem rechte Gewalt stattfindet.

Der rassistisch motivierte Mord an Jorge Gomondai am 31. März 1991 in Dresden steht am Anfang von „Gegen uns“. Bis zum Herbst 2020 wird die Dokumentation um weitere Fälle ergänzt.

„Die meisten Muslimas, die ihr Kopftuch tragen, haben Erfahrungen mit Anfeindungen gemacht. Dazu gehören verächtliche Blicke, Anspucken, aber auch Sprüche, sie sollen Deutschland verlassen, ansonsten ergehe es ihnen wie Marwa.“

In Am Sayad Mahmood 2020, Sozialarbeiterin in Dresden. Dort wurde Marwa El-Sherbini im Landgericht am 1. Juli 2009 aus antimuslimischen Motiven durch einen bekennenden NPD-Anhänger ermordet.

Es erinnern sich:

Luisa Nhandima Gomondai

Mutter von Jorge Gomondai

Danilo Starosta

in Sachsen aufgewachsen, seit den 80ern politisch aktiv

Pita Gomondai

Bruder von Jorge Gomondai

Olga M.

Freundin von Jorge Gomondai, ehem. Vertragsarbeiterin

Roman Kalex

als DDR-Oppositioneller aktiv gegen Nazis

Xavier João Gomondai

Bruder von Jorge Gomondai

Carlotta Gomondai

Schwester von Jorge Gomondai

Antonio Gomondai

Bruder von Jorge Gomondai

Emiliano Chaimite

ehemaliger Vertragsarbeiter, seit den 90ern politisch aktiv

Marita Schieferdecker-Adolph

Ausländerbeauftragte Dresden 1990-2010